Bauen mit Zusatznutzen

Dr. Michael RiessBeim nachhaltigen Bauen spielen viele Faktoren eine Rolle. Welche davon für die Unternehmensgruppe Heinrich Schmid und deren Kunden bedeutsam sind, darum geht es in einem Workshop, Anfang Juli 2017 in Reutlingen. Die Zeitschrift HS-Report sprach vorab mit dem Referenten und Experten für Nachhaltiges Bauen, Dr. Michael Rieß.

HS-Report: Herr Dr. Rieß, können Sie den Begriff „Nachhaltiges Bauen“ in einem Satz erklären?
Dr. Michael Rieß: Gerne. Nachhaltiges Bauen entsteht als Zusatznutzen für den Kunden durch die bestmögliche Kombination von Dauerhaftigkeit, Gesundheits- und Umweltverträglichkeit sowie Funktionalität.

HS-Report: Was bedeutet das für ein Unternehmen wie Heinrich Schmid?
Dr. Michael Rieß: Nehmen Sie als Beispiel einen Trockenbauer. Wenn dieser den Auftrag erhält, eine Gipskartondecke einzubauen, dann kann er das natürlich widerspruchslos tun. Er kann sich aber auch im Vorfeld Gedanken über die Raumakustik machen und seinem Kunden bei Bedarf eine Akustikdecke empfehlen. Oder was hindert einen Maler daran, bei Innenarbeiten grundsätzlich emissionsarme Farben zu verwenden? Solch konkreter Zusatznutzen – wohngesunde Materialien hier, angenehme Raumakustik dort – wird vom Kunden honoriert. Man muss ihn natürlich vorher kompetent beraten. Unter anderem darum wird es im Workshop gehen.

HS-Report: Und um was noch?
Dr. Michael Rieß: Es geht vor allem darum, nachhaltiges Bauen begreifbar für den Kunden zu machen. Welchen Beitrag kann Heinrich Schmid diesbezüglich leisten und welchen Beitrag leistet das Unternehmen heute schon, ohne sich dessen vielleicht bewusst zu sein? Die Teilnehmer sollen gemeinsam erarbeiten, welche Marktchancen sich damit eröffnen. Vor allem aber sollen sie sich Beratungswissen aneignen, um für ihre Kunden ein kompetenter Ansprechpartner in Sachen Nachhaltigkeit zu sein.

HS-Report: Für wen kommt der Workshop in Frage?
Dr. Michael Rieß: Für all jene, die auf den Preiskampf am Markt mit kundenorientierten Beratungs- und Leistungspaketen – also z. B. Malerarbeiten mit emissionsgeprüften Materialien – reagieren und damit für Kunden und das Unternehmen einen Zusatznutzen generieren wollen.

HS-Report: Herr Dr. Rieß, herzlichen Dank für das Gespräch.

Dr. Michael Rieß ist seit 1998 Inhaber des Büros für integrierten Umweltschutz. Zudem ist er Gründungsmitglied der DGNB. Seine Schwerpunkte sind unter anderem Gebäudeschadstoffe, Materialökologie und Baustellenumweltschutz.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.